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jetzt > Freitag, 190506:

Berlin, X-Berg: Zwischenspiel (d.b.b)

 

Kennst du das Gefühl, dich bei Anbruch der Nacht ins Schlafgemach zu begeben, und dabei in voller Gewissheit zu sein, dass du nicht schlafen kannst?

    Der Geist angefüllt mit Erfahrungen farbenfroher Bandbreiten, das Herz bereichert durch die vollends erfüllte Aufgabe lieblich-süßer Tagewerke; und doch: wenn die Lichter der Stadt eins nach dem anderen erlischen, brennt die Flamme im Innern fort, ihr Äußeres verzehrt sich in Erinnerungen, die noch gerade unmittelbar Erlebnis waren und nun an der Schwelle zum nächsten Morgen bereits Vergangenheit sind. Wie ein Stehaufmännchen, erhebt sich da unablässig ein Gefühl aus der Magengrube, eine Wasserblase, deren Aufstieg vom Meeresgrund sich vielleicht verzögern, aber niemals aufhalten lässt.

    Wer sich zu dieser Erfahrung bekennt, kennt die Haaresbreite zwischen Optimismus und Pessimismus; der schmale Grad auf Messers Schneide, die zu betreten freiwillig niemand es wagen würde, und doch in diesen Augenblicken als der alleinige Weg erscheint, den es zweifelsohne zu beschreiten gilt, ohne Wissen über die Länge bereits zurückgelegter Distanzen und ohne Gewissheit, wann der Fluchtpunkt am Horizont zur Ankunft an des Rastens Stätte wird.

    Die Nächte, in denen der Schmerz mit dem Glück durchgeht wie aufgescheuchte Krähenfüße, in denen kein Gedanke, selbst zementierte Überzeugungen keine Zuflucht mehr finden vor dem gleißenden Licht des Zweifels. Die ungebändigte Notwendigkeit, Sichergeglaubtes hin und her zu wenden im Schein der Nachttischlampe, das Kopfkissen zwischen Hals und Ellbogen geklemmt, sich mit jedem unbestellten Gedanken weiter windend und wendend in der Gewissheit um die Endlichkeit des Lebens. Konstruktiv beizeiten der Erweichung starrer Dogmen dienend, destruktiv beizeiten dem Verstand entfremdet, ungeduldig rasend um die leere Manege im Innern des Herzens, und kein noch so fest verwurzelter Baum ist da sicher vor dem Sturm.

    In diesen flirrenden Stunden, die sich weder auf Seiten von Fisch oder Fleisch schlagen lassen, für die unsere Sprache keine Namen kennt, deren bloße Existenz weder bestritten noch bestätigt werden kann, erheben sich die seltensten Regungen aus dem Meer der Seelen Zustandskräfte.

    Wer hier bestehen will, muss vergehen. Wer sich dort den Wogen widersetzen will, den spült es so schnell nicht mehr an Land.

    Es sind diese Stunden, in denen sich der Körper uneins mit dem Geiste findet, und die stetig sich verwandelnde Differenz zwischen ihnen, das Nahen, das Entfernen, die Lebensräume für eben jene Stunden erschließen. Vom Ort der Menschlichkeit hinaufeilend, sich verlierend an immer höher sich türmende Ränge der Sehnsucht, der Entfremdung wesenhafter Wirklichkeit ebenso nah oder fern wie dem Anerkennen ihrer Wahrheiten.

    Und die Nussschale des Herzens tiefster Empfindungen wird zum Spielball auf den Wogen des Körpergeistsgewebes. Wo die Kompassnadeln in ewiger Rastlosigkeit nach klaren Richtungen schnellen und dabei doch die ganze Welt sich zu bewegen scheint, nicht still zu halten scheint.

    Wo man auf einen Fixpunkt am Wegesrand setzt und dann anstatt Wasser bloß trockener Staub die Kehle herunterrinnt. Wo man wählen mag, wie man will, sich nach links zu wenden, bäuchlings, rücklings, auf der Seite liegend, und die Macht über das Geschehen einem doch durch die Finger rinnt, noch ehe man den winzigen Augenblick des Verweilens zur Kenntnis nehmen kann. Erst emporgehoben zu den Säulen der sieben Himmel, ehrwürdige Säle durcheilend und ausgebreiteter Schwingen tausend Seligkeiten ins Auge schlürfend, dann unerwartet niedergedrückt kriechend in Lehm und Schlamm, den Kopf so schwer vor sich her schiebend, dass die Gewalt der sieben Meere Wassermassen es nicht vollbringen könnte, den Blick auch nur ein kleines bisschen aufzurichten.

    Manchmal braucht es dieser Stunden viele, bis der Wille sich abgewetzter Nägel und schwieliger Hände sich endlich dem Aufruhr rund herum ergibt, im Wissen um die nicht vorhandene Vollmacht, was Leben und Sterben betrifft.

    Und manchmal, vergehen diese Stunden, noch ehe sie begannen und die tausendfach-verzweigten Wurzeln von Gründen zweiter und dritter Hand zurücktreten in die Quelle ihres gemeinsamen Ursprungs. Wie wenn der Ertrinkende plötzlich innehält im verzweifelten Japsen und Strampeln, die Wasser sich glätten, alles still und selig wird, und die ausgestreckten Beine wider Erwarten sich standfest finden auf dem Grund der Allerersten Ursache und alles Ungeordnete Zuflucht nimmt in den Hafen des Königsreichs, das die Heimat aller Verursachten ist und dem Verirrten in freudigem Empfang eröffnet, das all sein Irren und Wirren keinesfalls ein Zufall, sondern von höchster Warte verordnet ward, nur um sein Wesen zurück zu führen an den Ort, von dem aus die Reise einst begann.

   

 

 

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jetzt > Montag, 300406:

Berlin, X-Berg: Kurz vorm Myfest. Episode in Allah

 

 

Meines Magens

Kerkerwände

sind der Trennung

Sandstrände

 

Mein Bemühen

der Einheit zulieb

auf Sand gebaut

heißt Eintagsflieg

 

Die Abstraktionen

Allahs All

verheißungsvoll

geb ich sie hin

dem Widerhall

 

Sag Dichter

sag nicht

du stehest hier

im Rampenlicht.

 

       ~

 

 

 

 

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jetzt > Montag, 270406:

Berlin, X-Berg: Canto del Oro

 

Kammerpforten

dehnen sich

das Leben

rege dich!

Blutbahnen

liefern Daten

die uns nie

verraten

Komm her

ich trag dich

nimmermeer

Bebt des

Pulses Schlag

hast du Tekno

Dreht dein Magen

Aquarelle so grüß

die Zwirbeldrüse

ganz lieb von mir

 

das was wie

Fragezeichen in

allen Schaufenstern

steht, vergeht

was bleibt

                ist was?

während weiter

das Licht in der Schleuse steht

weiter die Butterblumen im

Straßengraben übersehen

weiter Rentiere und tasmanische Teufel

überfahren werden im T.V. versteht sich

nicht nur beinah' sondern

sogar sehr genau liegt

dort exakt der Hund begraben

wo Hase und Igel zum Gutenachtgebet

die Bibel sich als Schemel nehmen

Das Glück mit dem Schmerz durchgeht

wie aufgescheuchte Krähenfüße

 

und irgendjemand

vom Flimmern

wacht in der Nacht

jemand anderes daneben sitzt

und niemand Nichts

zu nichte macht

nicht mehr wollen wir

schaukeln im Jammertal

langwieriger Möglichkeiten

wollen uns hineinbegeben

ohne Ausflucht jetzt und hier

Angesicht zu Ohngesicht

dem Aufbruch

der Wolkenvölker

beizuwohnen

ihr gegenüber ihnen

du gegenüber uns

sie gegenüber was

sonst als Allah

ein All seiner Welt

er und sie und es

weben schiefe Rollenspiele

hab keine Angst denn

drei sind nicht so viele

 

 

 

"Sag Dichter,

sag nicht, du

schaffest hier

das Licht!"

 

 

 

~

 

 

 

 

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jetzt > Montag, 190406:

Berlin, X-Berg:  Ausdrucken, ableiten, blitzlichten!

 

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any damaged inflicted upon this electronic paper will irreversably lead to punishment in the form of execution or eternal life in a bacteria-colony.

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Lebensabschlussprüfung Mittsommernachtssemester 4007

 

Vorname, Name: ______________________________

glob_id: _____________________________________

rasse: _____________

 

Weltkulturerbe-Labor

Neu-Neu-Dheli, oldcity

An der Spree 93

Bl. 35,3/23

Cr: 39,292
Dr: 001/999

 

 

 

Teil I:

  1. Such dir eine Sünde aus. Keine von den Allzuschweren, offensichtlichen wie Mord und Todschlag, das geht ungesagt.

  2. Wenn du die richtige gefunden hast, weißt du es sofort. Wenn sie dich aussucht und sich als die selbe entpuppt die dich von Anfang an im Geheimen zu Gott verführt.

  3. Iss den Apfel!

  4. Sündige!

  5. Wenn ein vermarktbares Gewissen beginnt an dir zu nagen, stürzt die Software bald ab. Nun bloß keine Voreile.

  6. Lass die Sünde dich ganz erfüllen, völlig verschlingen und folge der Neugier nach dem, was übrig bleibt.

 

Teil II:

 

(wer Anweisungen braucht, hat die Anweisungen nicht verstanden)

 

sie bauen aus alten

Buddha-Statuen

Zäune gegen Einwanderer

 

sie bevölkern

die Zoos neu

mit Shiva

Vishnu

Ramana

 

und wir werden

zwangsversiedelt

zweckentfremdet

stumme Tiere

an Wüstengleise

entrückt dem Verstand

der folgt unerbittlich

sich einschleichend

in Live-Übertragungen

vom aktuellen Untergang

hochhaushoch wankenden

Zeitgestalten die doch im

Geheimen die Welt

verwalten

 

sie produzieren Kreuze

und Blumengebeete

rund um die Uhr

 

Ihr Anwalt hat

immer offen

 

Ihr Handy ist

nie besetzt

 

Wähl sie jetzt die Nummer deiner Eingebung

und du wirst aufgeben bevor sie dir Myriaden

Ausreden schmieden müssen

    sie wirklich was?

 

Ihr Tunnelblick ins Ungewisse

ist der deine ins Weite

 

Bleib getrost im Fernsehgewitter

Stadien voller Besserwisser

 

wir treiben alle

ab

fließender Arme

im Körbchen

 

        ~

 

 

 

 

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To: [ _______ , ______________________, ______________________ , ________________________ )

 

Wenn sie alle Aufgaben richtig beantwortet haben, wird ihnen laut Weltgerichtsratsunterartikel [(x[(x)x)] Erlaubnis zuteil, ihr Leben abzuschließen. Sollten sich ihre Personalien als falsch oder ihre Gewebeprobe als pooltyp0 herausstellen oder dass Sie auch nur ein einziges Wort auf dieses Blatt geschrieben haben, anstatt zu schweigen wie es sich geziemt, werden wir ihrem Wunsch nach Lebensabschluss nicht Statt geben können und Sie werden laut Kriegsgerichtsartikel [x/x] exekutiert.

 

 

Gen.Off. Krl. Str.: _____________ , ___________ , _________

 

 

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jetzt > Montag, 160406:

Berlin, X-Berg:  Vorspiel

 

Die Junkies der Gegenwart

melden sich zu Wort:

    "Wie könnten wir

der Welt entsagen

Sagen was soll

das sein?

 

Wie uns des

Glücks enthalten

wenn des Frühlings

Wellenbrechers Luft

zum Genuss

der Früchte uns ruft?

 

Enthält nicht

das Wort allein

schon saftig baumelnd

den Sonnenschein?"

 

Zwischenrufer:

    "Seht der Garten

ist nicht weit

übt ein Geduld

wie prophezeit!

 

Willst du wirklich

dem Gerichte lästern

gehört dein Gesicht

nun an dem Gestern"

 

Die Junkies der Gegenwart

fahren fort:

    "Lästert uns nicht

oh Immerfromme

angeblich Ergebene

innerhalb von Grenzen

 

Ihr betet und reitet

im Kreis den Rosenkranze

rund und rund um den

goldenen Käfig

wo hinter strengen Gittern

die Welt euch fordert

zum Tanz heraus

 

Gesellschaftlich

anerkannt

ist eure Langeweile

 

Hangelnd an

Paragraphenrecks

über Flussbetten

die sich nur selten als

Linoleum entpuppen

 

hier betet ihr für

ein besseres Morgen

 

Nun unsere Langeweile

der Euren ferne

zu nennen käme

keinem von uns

in den Sinn

 

Uns allen steht

die Wahl der Mittel

frei, die zehntausend

Antibotika gegen

langwieriges Leben

 

Seien es DVD-Sammlungen

Stammtischveranstaltungen

Sudoku oder bloß die biologisch abbaubaren

hängenden Gärten von Nirgendwo

 

Und wir nehmen nur

was gegeben ward

verschmähen

nie den Wein

der Gegenwart"

 

Die Yankees der Vergangenheit

senden ein Telegramm aus Washington:

    "hitler suicide. correct! homocide. correct! genocide. condolence. criminal. evil. money. stop. send Hershey Chocolate Bars and nourishment classifed as. stop. corn. money. as demanded. money. stop"

 

Publikum1:

    "Oh Langeweile. Hinfort!

wir haben bezahlt für diese Plätze

nicht um Geschichte zu betreiben.

mein Blatt Papier bezeugt es mir:

Online mit Visa, hier!

Als aller erster mit dabei!"

 

Publikum2:

    "ich hab geblecht  per Mp3, äh Pay-Pal ich mein."

 

Pulikum3:

    "Ich wurde alt und weise in der Hotlineschleife."

 

Junkies:

    "Doch bezahlt haben alle drei. Was soll uns nun die Wiederholung von Damals neue Ernte bringen?

Außer den ewigen erneuten , unauslöschlich aufdringlichen Widerstand gegen die Gegenwart, unter mehr als 99 Namen bekannt. Höchstpersönlich nie, auf Umwegen zu mancher Stunde anerkannt bei Pfaffen und Hochwürden, Casting-Shows und Zirkusclowns."

 

Zwischenrufer:

    "Ihr sehet nicht

die Wichtigkeit

die Telegramme

stets versprechen

 

So sehet hin

das Sendedatum

ist fehlerfrei gedruckt

und die Schrift

noch gut erhalten"

 

Junkies:

    "Hörtet ihr nicht, das Publikum zahlte bereits!"

 

Publikum1:

    "Ja gewiss damals auf Ebay, Es ist als ob es gestern wär.

Die Gebote stiegen, ich stieg ein."

 

Publikum2:

    "Ich wollte der erste unter zwanzigtausend sein.

das Maß der Halle sei längst überschritten"

 

Publikum3:

    "Im äußersten Falle zwanzigtausend

sprach die Frau am Telefon."

 

Junkies:

    "Oh es scheint ihr wollt mir schmeicheln. Und ihnen Hochwürden ebenso.

Sie alle sind gekommen um unseren Streit zu verfolgen. Angekündigt in allen Zeitungen der Welt.

Ganze Landstriche sind seit Wochen verschönert durch unsere Gesichter. Seit Monaten sind wir nun nie weniger als einmal pro Werbeblock zu sehen, Montags bis Freitags, rund um die Uhr auf allen Kanälen vertreten. Und jeder weiß, warum er hier ist."

 

"Kommen wir nun

zum russischen Roulett."

 

Publikum1: (hustet)

Publikum2: (niest)

Publikum3: "Jawoll, Herr Kommandant!"

 

Zwischenrufer:

    "Die Schrift hat es uns prophezeit

die Warnung war längst ausgesprochen

dass der Satan zieht in euren Venen

seine Spuren seit Adam und Eva

 

Und nun stachelt ihr euer eigen Fleisch

und Blut auf gegen die Fuchtel der Gnade!

Verspielt jede Gelegenheit, gebt jeder

Gegenwart den Anschein des Ankommens

und vergesst dabei, dass wer waltet

und schaltet über Leben und Tod

sich eurer Hände Gelüst nicht fügt

 

Sagt wie viele sind wir hier

Wir müssen uns organisieren?"

 

Publikum1: "Einer"

Publikum2: "Zwei"

Publikum3: "Drei"

 

Junkies:

    "Nun sagen sie mir Hochwürden

wer von den Dreien da Recht besitzt

zählen sie nach mit dem Abakus wie

einst der alte Adam Riese"

 

Zwischenrufer:

    "Der dritte hat Recht da besteht kein Zweifel

die Quellen der Daten sind rein überliefert

unmittelbar offenbart, als: (zählt mir den Fingern, konzentriert) erstens meine Durchlauchtheit

zweitens eure Abschäumigkeit und drittens das Volke wie es steht und glotzt."

 

Publikum1:

    "Buuh!"

 

Publikum2:

    "Lügner!"

 

Publikum3 (zu den Junkies):

    "Kann ich als erster dran?"

 

Junkies:

    "Wer will diesen Einsatz überbieten? Seid ihr alle eingeloggt?"

 

Publikum1 (wehmütig):

    "Mein Handy hat hier kein Signal."

 

Publikum2 (zitternd):

    "Mein Akku ist leer. Er lädt aber schon auf der Toilette. Nur noch dreiundvierzig Prozent."

 

Publikum3:

    "Also dann. Da wird mir alles klar."

 

Junkies:

    "Beweisen sie den Zugriff auf Gegenwart, Nummer Drei.

 

Publikum3 (buchstabiert):

    "http://www.gegenwart Punkt. Punkt..."

 

Zwischenrufer:

    "Punkt und weiter was

es muss ins Protokoll?"

 

Publikum3:

    "Punkt Punkt Komma Strich (zögernd) fertig ist das...das Mondgesicht?"

 

Junkies:

    "Herzlichen Glückwunsch mein Herr sie sind soeben befördert worden

von den passiven Rängen der Apathie hinüber zu uns ins Rampenlicht

nun kommen sie schnell der Revolver ist noch warm von vorhin."

 

Zwischenrufer:

    "Von vorhin, von wo, ? Ich dachte es wär allen bewusst

dass der folgende, der erste Mord im Fernsehen sei."

 

Junkies:

    "Von wann sonst als dem Damals?

dem hohlen Gespenst der Vergangenheit?"

 

Zwischenrufer:

    "Wenn ihr lügen solltet, so wird das Wort

das wir hier in Bücher verwandeln

euch verstoßen in ewige Nächte"

 

Publikum3:

    "Jaja. Das ist euer Ding.

Kann ich jetzt den Revolver haben, bitte? Hier ist mein Perso."

 

 

[Fortsetzung unten...... ↓  ↓  ↓ ]

 

 

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jetzt > Montag, 100406:

Berlin, X-Berg:  S 42 Ring Roulett

 

 

(ratter,ratter,ratter,ratter)

 

S Hohenzollerndamm

 

(Le Controlleur hockt in der Ecke wie die Spinne in den Fugen der Zeit. Die Arme weit ausgestreckt, tentakelförmige Fangarme der Macht, alles zu ergreifen, was nicht niet und nagelfest und ja auch das noch!)

 

Orga: "Wären sie so nett mir Zugang zu ihrem Controlleur zu verschaffen, mein Herr? Und den Perso bidde."

Hans W. :"Ick  hab doch 'n Ticket. Hier! Dort am Schalter jekooft. "

(Orga nimmt das Ticket, steckt es unbeachet in ihren Mund und isst es auf)

Orga: "Es tut mir leid mein Herr, aber ihr Ticket war ungültig. Sie können eine Autopsie beantragen und eine nanobiologische Rekonstruktion der Daten einfordern aber wenn ich Recht habe und nicht Sie bekommen Sie lebenslänglich. Nicht ich."

Hans W.: "Aber...."

Orga. :"Beruhigen Sie sich (klopft ihm auf die Schulter, er zieht den Kopf ein) wenn sie mich mit ihrem Controlleur reden lassen, dann kommen wir vielleicht doch noch drumrum um die Anzeige.

Hans W. (erstaunt): "Wirklich?"

Orga :"Sie haben doch nicht etwa geweint mein Herr?"

Hans W. (schüttelt den Kopf)

Orga: "Also, kann ich bitte mit dem Controlleur sprechen?"

Hans W (erschreckt): "NEEIN!"

Orga: "Herr Wurst!"

Hans W. (kleinmütig) :"Ja."

 

 

S Heidelberger Platz

 

(La Souffrage sitzt am Brunnen aus Wein, mischt Blut mit Tränen mit Wasser und Wasser.)

 

Le Controlleur: "Das ist mein Brunnen. (zeigt auf ein stillgelegtes Verkehrinselpissoir) Mein Hände haben ihn erbaut, meine Füße haben die Erde unter ihm zum Leben gebracht, mein Geist formte einst die Gestirne unter denen er nun steht. Meine Augen sind der Thron, um den die Himmel sich rank-. (er stockt und schaut zu Orga)"

Orga :"Nein, Nein. Sehr gut, ich mein fabelhaft, wundervoll."

Le Controlleuer: (übermütig)": "Ja-Ha! Das ist alles meins meins meins."

La Souffrage: (flötend): "Hey Süßer, trink ein wenig Apfelcherry mit mir, äh ich mein Holunderbeerenblütensaft. Ich hab hier den Moses, den Bach, die Queens of the Stone Age und den Addi, der Gude. Er ist eigentlich ganz nett, wenn man ihn um den Finger zu wickeln versteht.

Stimme aus der Ferne: "Wo ist meine Liebe ach so lang? Oh weh mein Herz so bang!

Zweite Stimme: " Schnauze Wackenroder, du missratene Frucht. Zum Glück steht der Ofen hier still. Ha Ha

(es donnert, Stille, ein Schrei, es donnert, Stille, Stille)

Orga: "Sie dürfen meine Hand jetzt loslassen, Monsieur."

Le Controlleur (klammert sich an der Hand fest): "Nein niemals. Das ist meine Hand (er schluchzt) Ich darf nicht die Kontrolle verlieren, sonst sterbe ich, verstehen Sie? Verstehen sie mich denn nicht?"

Orga: (entreißt ihm die Hand): "Aber natürlich. Wer kennt sie nicht: La Peur! (es donnert) Jaja. Ist ja gut da oben!"

Le Controlleur: "Aber ich leide so sehr an der Souffrage."

Orga: "Sehr wohl ich höre gut. Doch Madame La Peur hat andere Sorgen."

Le Controlleur (nach langer Stille): "Ich habe sie geschaffen, alle beide, und es gilt die Macht über sie wieder zu gewinnen. Koste es was es wolle. (Er seufzt) Also gut. Warten Sie, ich stelle durch."

 

 

 

S Bundesplatz

 

(La Peur hängt mit den Fingerspitzen gekrallt an eine S-Bahn und flattert)

 

Le Controlleuer: "Frau Peur?"

La Peur: "Aiiii!"

Le Controlleuer: "Beruhigen sie sich, ich weiß doch sie leiden bloß an dieser seltsamen Sache und es hat was mit dem Alten zu tun?"

(La Peur verstummt, hievt sich mit Leichtigkeit wieder in die Bahn und zündet sie sich eine Zigarrette an)

La Peur: "Ja, Ja. Der Alte. Der buchsbaumige kreatürliche Meister Vader Hochverrat."

Le Controlleur: "Meinst du wir können ihn besiegen?"

La Peur: "Wie kannst du dir darum Sorgen machen? Du wirst es es nie erfahren. Er hat längst verloren."

Le Controlleur: "Aber ich muss mit Souffrage ein Hühnchen rupfen. Sie darf mir nicht immer so dazwischen funken, ihren Sempf dazu geben, meine Mauern fallen lassen."

La Peur (lacht): "Du bist hier wegen nem verdammten Fahrausweis. Ich hab dich noch gewarnt."

Le Controlleur: "Wovor?"

La Peur: "Dass du beim Schwarzfahren noch nie erwischt wurdest und irgendwann wird's ja mal Zeit.

Le Controlleuer: "Ruhe jetzt! Elendes Geschwätz! Ich will die verlorenen Gebiete wieder oder soviel Tribut, dass eure Kinder und Kinderskinder ihn im Lebtag nicht abbezahlen könnten.

La Peur: "Du redest auch von unseren Kindern."

Le Controlleur: "Sie sind nicht meine Ehefrau! Niemand kann mir weiß machen, dass er mir einfach so entfliehen kann. Wer sich gegen mich stellt, ist auf sich allein gestellt. Und dann, wer hilft ihm dann wenn meine Uboote ausschwärmen und ich Spezialeinheiten aus Elitebrutsstätten über seinem Schlafgemach sich abseilen lasse wie der König der vier Quader, der Kaiser des Sonnendreiecks, die...die...(lauscht) "

Orga (von weitem): Herr Wurst. Können sie mich hören? Herr Wurst? Halloooo. Halloooo.

Stimme von weitem: Kein Puls mehr. Können wir nix machen. Zahlen sie für den Ofen oder hat der Penner Familie?"

Orga: "Seh'n sie ihn doch an. (sie stößt einen angewiderten Laut aus) Fahren sie das weg, hier nehmen sie ruhig x von meinen Spesen, Travellerschecks, Mastercard, American Express, Visa hab ich leider nicht aber der ist eh so mager, der müsste in nem guten Ofen ohne Stromaufpreis schnell durch sein."

La Rage: "Aaaaaaaaaaaarghhh! Wieso tut ihr mir das an? Womit hab ich das verdient? Mein Leben.

La Sagesse: "Hey Moment. Ist das Hans Wurst Leben oder deins? Reg dich nicht so auf, äh entschuldige, war nicht persönlich gemeint.

Le Controlleur: "Ruhe! Ruhe! Wo ist die Souffrage? Wo ist die Souffrage?"

La Mort: "gleich mitverbrannt."

 

(Bitte alles Aussteigen. Dieses Leben endet hier. Übergang zur S-Bahn, zur U-Bahn und zum Bus. Endet hier. Bitte alles aussteigen. Dieses Leben endet hier. Übergang zur S-Bahn zur U-Bahn und zum Bus.)

 

La Sagesse:"Die Dinger nennt man Teufelsspiralen."

La Mort: "Moment. Was machst du hier noch?"

La Sagesse (flüstert): "Ich hab da so n Deal, wegen Ostern weißt schon."

La Mort: "Ich hab den Zimmermannssohn verschont, nun gut. Eine Ausnahme im Jahr, wird wohl keinen stören. Hab Spass da oben und sagt denen, die sollen die Musik nicht immer so laut drehen. Wir können schon das Zischen unserer Flammentöpfe nicht mehr hören. Vor allem der Beethoven soll sich mal zusammenreißen, seine neuen Klima-Symphonie mit den ganzen Tornados und Gewittern sind tausendmal lauter als die Schreie, die unser alter Grillmeister mit Mühe aus den Häftlingen kitzelt. Wie wirkt denn das? Völlig unprofessionell. Zum Glück haben wir den Adi, der darauf achtet, dass hier nichts mehr verpfuscht wird und die Sterbemoral weiter glimmt. Auch wenn der es sich mit meinem Meister ziemlich verkracht hat. Aber das sind unsere Probleme. Geh nur hoch, trink deinen Wein und vergnüg dich mit den Huris. Aber lass dich ja nicht bei den Streuobstwiesen erwischen. Sonst geht zick zab Hände ab. Hier gelten andere Regeln. Unten wie oben.

 

 

 

[..to be continued...]

 

 

 

 

 

wer will das es weitergeht, hier bitte Geburtszertifikat einreichen und Aufstachelung teilgeben:

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jetzt > Montag, 100406:

Berlin, X-Berg:  Goethe Reloaded I

 

 

Was? Ihr mißbilligt den kräftgen Sturm

Des Übermuts, verlogne Pfaffen!

Hätt Allah mich bestimmt zum Wurm

So hätt er mich als Wurm geschaffen

 

 

 

WENN MAN auch nach Mekka triebe

Christus' Esel, würd er nicht

Dadurch besser abgericht

Sondern stets ein Esel bleibe

 

 

Aus: [West-östlicher Divan, J.W. Goethe]

 

 

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jetzt > Freitag, 240306:

Berlin, X-Berg:  Diese Zeile ist leer. Komm damit klar!

 

 

Im Angesicht der Tatsache, dass du mir intellektuelles Ejakulat aufdrängst, kann ich nur sagen, das geht mich noch weniger an, als der eingeschläferte Kampfhund von nebenan.

Deine Kloschüssel ist halbleer, meine ist halbvoll.

Das heißt noch lange nicht, dass ich kein Optimist bin.

Du brauchst es mir nicht auf die Windschutzscheibe schreiben. Musst nicht die Bremszüge meines Mountainbikes kappen. Auch das Napalm im Vorgarten ist nicht notwendig.So halte ich weiter die andere Wange hin und du schlägst zu.Die Kakerlakenleichensammlung auf dem Fußvorleger, die Gallenblase deiner Großmutter in einem vegetarischen Präsentkorb.

Und Jesus kann mich am Arsch lecken.

   Die Dreieinigkeit geht nicht auf.

Wer ist das dritte Rad im Bunde, wer ist der schwarze Kater, wenn nicht immer ich, der da kommt von jemandem, der sich so sehr nach dir sehnt, dass er Großstädte zertrümmert und ganze Völker vertilgt. Deiner Nähe zuliebe, verlegt er Gipfelketten, legt die Ozeane trocken und lässt dich diese Worte lesen.

Wenn du denkst, es könnte schlimmer kaum sein. Glaub mir. Schlimmer geht es immer.

   Du schickst mir deine Zeichen seit Wochen, Monaten, weiß was ich wie lang. Seit ich hier wohne. Du weißt was ich mein. Und wenn nicht, dann kann dir keiner mehr helfen, denn er weiß wo du wohnst.

Wann er kommt, ist unbestimmt. Das Eintreffen endgültig, der Zeitpunkt ungewiss.

Alles, was du wissen must, ist dass du ihn nicht lange ertragen werden musst. Er kommt wie er will, macht den Tag zur Nacht, die Nacht zum Tag. Er kennt die PIN-Nummer von jedem in der U-Bahn. Er lässt Straßenlaternen flackern, wie er will. Unter dem Strich ist er alles, was du brauchst.

   Ich bin die Pisse in meinen Geranien leid. Die Wanzen unter dem Fensterrahmen. Die Heuschreckenplage von letztem Sonntag. Und den Taubenkopf im Briefkasten auch. Warum du tust, was du tust bleibt allein dir überlassen.

   Aber wenn die Zügel reißen, wem sagst du das. Wenn der Wille im Bauchweh endet, wem verdankst du das, außer ihm, der kommt, dich von der Schmach zu erlösen. Mit einem Korkenzieher oder einem Dolch, ein schallgedämpfter Schuss oder einem Würgegriff von hinten. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

   Es gibt für dich nicht viel zu tun.

   Nimm eine Dusche oder ein heißes Bad, er hilft dir vielleicht.

 

 

 

 

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jetzt > Dienstag, 140306:

Berlin, X-Berg:  St. Nimmerlein

 

 

Lange ist es her, dass dieser Tage Dunkelziffer prosaisch sich in die Welt ergoss und es sei von vorneherein gesagt, dass sich die Seele nicht von der Seele schreiben lässt, wenn sich in dieser Stunde Sätze auf Treibsand erbauen, als ginge es um Leben und Sterben, worum es immer geht.

    So sei dein Zweifel suspendiert! Auf unbestimmte Zeit außer Gefecht.

    Tatsächlich bin ich abgerundet im Interesse anderer als derjenige welcher sich beizeiten einzureihen vermag, wenn der Zeiten aufgeblähter Wahnsinn uns einlädt, Vorstadtgrautöne anzustimmen oder Farbe zu bekennen; was nicht heißt, dass mein Schiff auf Kompromissen auflaufen muss, im Falle dass wir untergehen.

    Wir stehen ungebrochen vor Entscheidungen. Aber wie könnten wir uns jemals selbst erwählen? Wie soll es möglich sein, uns selbst aus dem Sumpf des Leidens zu ziehen, eigenmächtig Ichs zu überschreiten, bis Glückseligkeit sich aus dem Nichts überweist oder der Arzt kommt?

    Die Rechnung geht nicht auf. Doch Er des ungeteilten Namens tausendfach bereiter Gnade ist schnell im Rechnen, der beste Rächer weit und breit. Und dein Abakus zählt bloß Erbsen, während ein Wille in der Schleuse steht.

    Wer da zu ahnen beginnt, dass dieser Anspruch des Höchsten unaussprechlicher Güte ihm ungelegen kommt, wird niemals aus Verlegenheit ein zweites Mal die Chance verwehren. Und der Kelch geht vorüber. Der Taler wandert über Berg und Tal. Wo wir in Zwischenräumen Glut und Asche trinken, als ginge es um Leben und Sterben, worum es immer geht. Die Stunde ungewiss, ihr Kommen unvermeidlich.

    Seit Adam und Eva, Anno dazumal - {Äonen (a priori)}, führen sich Listen unserer Fehler, während wir Schritt um Schritt übertreten, was uns geboten ward, um der Freiheit eingedenk, der Liebe tief geborgen und ewiglich des Fehlerfreien Freund zu sein.

    Warum stutzt du nun? Du lehnst das Angebot ab, entlehnst den Ländern Teilzeitgötzen, als ginge es um Leben und Sterben, worum es immer geht, als wärst du selbst der Eine, derjenige welche, über Leben und Tod gebietet, als wäre es dein Königreich, in dem du das Schlechte von dir stößt, um mehr Gut noch zu verbuchen, als du fassen kannst, wo dir weitaus mehr noch zusteht, wenn du vom Verstehen lässt, dich Ihm ergibst ohne Rücksicht auf Verluste.

    So sei es lohnend, Kompetenzen zu überdenken, so lange die Nacht und der Tag ihre Pforten dir noch offen zu verstehen geben. So mag es hilfreich sein, die Fehler augenblicklich zu bekennen, wenn des Gewissen erster Biss dein Herz ereilt. Wie viel Zeit noch bleibt, weiß der Wind, wie man sagt, das himmlische Kind wie man sagt. Getrieben von wem? Geboren durch wen? Eisschollen liegen brach. Wasser verdampft. Wolken entballen ihre Güte. Wer hält den Kreislauf zusammen, wer führt jedes Abfließen, das durch Lecke Entgrenzte erneut dem Ursprung zu, als ginge es um Leben und Sterben, worum es immer geht, wenn nicht der Eine alleiniger Güte Überfluss, dem wir verdrießlich entgegentreten, von Mal zu Mal ihm ärger unsere Wunden schelten, als bohrten wir nicht den Widerwillen selbst so tief ins Fleische, dass niemand ihn uns ziehen kann, als Er.

 

 

   

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jetzt > Sonntag, 050306:

Berlin, X-Berg:  myspace meets YourTime©

 

 

  Dieser Tage

            Last-Minute

Alles-egal-Mentalität

        ist uns auferlegt

wie digitale Stummfilme

von längst vergangenen Prüfungen

die sich nicht ablegen lassen

 

der Mensch ein Mantel am Haken

im Rigips vom lieben Gott

der irgendwo da draussen

die Welt in seiner Pfanne brät

 

well done

s'il vous plait

 

wohin Augen sich

in Diskos dreh'n

        er weiß es

Dekolletés und Blitzlichter

Farbenflut und rasende Herzen

    wo der Bass gegen

das Schweigen

aufbegehrt

        er weiß es

Guitarrenriffs, Sex

Gesangsschluchten

    - keine Zigarette

 

Wessen Generation

delegiert hier wen?

 

Wessen Information

überflutet dort

die anderen

die anderen

immer sind's die anderen

die obdachlosen Hochstapler

in der mentalen Matrix

die nie daran gedacht hätten

die rote und die blaue Pille

zugleich sich einzuklinken

aus Neugier einfach nur

 

Wessen Wille

will hier

wem oder was

erzählen, dass

diese Zeit nicht

skeptisch macht

wenn nicht der

der aus Hyperlinks

Webringe schweißte

und den Glühbirnen

des Irrtums den

Gar aus machte

 

der Sturm der

den Willen treibt

die Brise die

den Nacken packt

und wir brutzeln

 

well done

s'il vous plait

 

Wie als sich damals

einundzwanzigtausend

Teilzeitpropheten dem

Pharao als Opfer gaben

Big-Mäc-Bräter

U-Boot-Christen und

Heringsbändiger

ihr Leben an irgend wen

abgaben wie Steuererklärungen

während lautlos die Engel

in allen Kellern wachen

die Zeit im Visier

ohne Zweifel

alles zweifelhaft

allein das hier

und was bleibt

ist die Richtung

die sich niemals

linken lässt

     ~

 

 

 

 

 

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jetzt > Sonntag, 230206:

Berlin, X-Berg:  lieber8

 

Sucht kommt

von Seuche

 

und es ist nicht

die Suche

die krank macht

sondern die

Sucht

danach

 

süchtig

sagen sie

süchtig

sagst nun

du

 

wir suchen
Landstriche ab

nach Erfahrung

 

sie suchen

im Feuer

nach dem Eis

 

du besuchst

das Gute nicht

sondern

wirst gewählt

 

die Wirklichkeit

durchsucht dein Herz

samt Haftbefehl

für dein Gehirn

 

ich versuche

bin versucht

weil Suche

nicht von

Seuche kommt

sondern im Finden

davor

 

zersuch uns nicht

verführ uns lieber

 

er sucht

dich heim

ohnehin

 

der Geist

ohne Namen

dessen Anrufung

allein

 

die Rosen im

Straßengraben

blühen lässt

 

die Fahnen

von Masten

im Wind

 

singen darüber

    bestimmt

 

        ~

 

 

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jetzt > Sonntag, 150206:

Berlin, X-Berg: The German Soul Speaks Universal

 
Gib jetzt nicht auf,
wo die tausend Wahrheiten der Welt
am Horizont ins Nichts zerstrahlen

Gib jetzt nicht auf,
wo du dich am Rande deines Lebens findest
am Abgrund der Hoffnung auf ein besseres Morgen

Dein Untergang versteht sich parallel
zum Aufgang verblühender Träume

Dein Auflaufen an ewigen Grenzen
vergeht im Abklang des Gezeters

So gib jetzt nicht auf,
wo die Sehnsucht nach Mehr
dich der Erde entfremdet
all das, für das du einst standest
wie Lügen im Wind zerfällt

Dein Scheitern versteht sich tangential
zum Umfang unermesslicher Vergebung

So gib die Gaben noch nicht auf,
wenn sie sich nicht gleichen
wollen wie der unlösbare Rest
inmitten gesättigter Zweifel

Dein Herzschlag versteht sich 
von selbst
und gibt dem Tode Rätsel auf

Gib jetzt nicht auf,
du willenloser Krieger
inmitten der Schlacht
die keiner gewinnt

Gebt jetzt nicht auf
ihr Fässer ohne Grund und Boden
wenn der Rahmen nicht mehr hält
und der Stein ohne Reibung 
		fällt

Gib alles auf,
die Weisheit
das Glück
die Wahrheit
die Liebe
den Weg, die Sicht, die Meditation
	die Hoffnung?

Gib alles auf,
und halte nichts zurück

Gib alles weg
Gib alles hin
Gib alles weiter
 

Aber gib dich
niemals auf

       ~

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jetzt > Freitag, 100206:

Berlin, X-Berg: [me:rtyra]

 

 

[me:rtyra]

 


jetzt > Montag, 060206:

Berlin, X-Berg: A Tribute to The Working Artist

"I love being with people. But I need a script, a role, something that will help me overcome my fears of rejection and shame. Most religions and belief systems provide a blueprint for some sort of community. And the religion’s leaders model a way of being. For example, in my book Choke, a character enacts his own death and resurrection every night – as does the narrator in Fight Club. Here’s Jesus, allowing himself to look terrible in front of his peers. That’s the biggest purpose of religious gathering: permission to look terrible in public."

 

jetzt > Sonntag, 050206:

Berlin, X-Berg: History Repeating...

 
"Es gibt in der deutschen Seele, in der Kunst, in der Gedankenwelt und Literatur dieser Leute 
eine Art Unverständnis für alles, was das Leben wirklich ist, für das, was seinen Reiz und seine 
Größe ausmacht, und an dessen Stelle eine krankhafte und satanische Liebe zum Tod. 
Diese Leute lieben den Tod. Diese Leute haben eine Gottheit, die sie zitternd, aber doch mit einem Lächeln 
der Ekstase betrachten, als wären sie von einem Schwindel erfasst. 
Und diese Gottheit ist der Tod. Woher haben sie das? Ich weiß darauf keine Antwort."
				- Georges Clemenceau, franz. Ministerpräsident 1909-17; 1917-20

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jetzt > Samstag, 040206:

Berlin, X-Berg: Back to Pen % Paper

"Schlagartig verstand ich, worin der Sinn des Lebens liegt. Es gilt, die 
Existenz an sich zu feiern, die Gegenwart, das Bewußtsein. 
- Aber dann war mein Bier alle."
				- Christopher

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jetzt > Freitag, 030206:

Berlin, X-Berg: Back to Pen % Paper

 

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Erleuchtung ist ein Business

für konkursreife Seelen

Mischfonds der Freiheit

auf dem Markt des Erwachens

 

Man versteuert hier

erlöste Augenblicke

Zins und Zineszins

für unbezahlbare

Innerlichkeit

||||||||||||||||||||||||||||||||||||||01011|||||||||||||||||||||0||||}

Man spekuliert hier

auf potentielle Abgaben

im Schulderlass der Liebe

zur Umschichtung

von Lebenswerten

<101010||||||||||}

 

Im Allgemeinen

steigt der Kurs

auf lange Sicht

||||||||||||||||||||||||||||||||||||0101110|||||||||}

 

Im Speziellen

werden Versprechen

eingelöst

 

|||||||||||||||||||||01011|||||||||||||||||||||010101|||||||||||||||||||<101010||||||||||}

 

 

Aber wer kennt das Risiko zwischen Himmel und Hölle?

Wer kann den Schaden des Geschlechts begrenzen?

 

 

 

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jetzt > Freitag, 310106:

Berlin, X-Berg: Back to Pen % Paper

 

 

"Beim Design ihres Parks, sollten sie immer denken, was w~1rde ich mir als Besucher an dieser Stellew~1nschen. Gleich an den Eingang des Parks geh*rt ein Ballongesch?ft. Die Besucher sind da mit Sicherheit noch gl²cklich, trennen sich gerne von ihrem Geld und werden durch den Ballon eine Weile unterhalten, w?hrend sie auf einem Ride warten. Besucher werden durch Rides und Buden bei Laune gehalten. Deswegen sollten Attraktionen nie so weit auseinananderliegen, dass Besucher sich beim Umherlaufen langweilen. Zu enges packen von Rides hat aber den Nachteil, dass f~1r Verzierungen ken Platz mehr ist.

    Wenn sei einen sehr komplexen park mit vielen Verschachtelten Wegen anelgen, sollten sie nicht mit Schildern sparen."

 

 

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jetzt > Freitag, 270106:

Berlin, X-Berg

 

 

Das hier geht an alle da draußen

    an alle die

    in diesen Tagen Nächte

    wie Länder durchwandeln

        die wie Schmetterlinge

        um Lebenskerne kreisen

        in einer Zeit ohne klare Richtungen

       

Das hier geht an alle da draußen

    an alle die

    in diesen Stunden Jahrzehnte

    zu Augenblicken destillieren

        deren Wege an und ab

        schwellen im Sog der

        Empfindung Fluktuation

 

An alle eisernen Krieger

    und edlen Frauen

Rentner und Studenten

    über Leipzig und Bangkok

    Frankfurt und Göttingen

    Boulder und Kambodscha

    von Oldenburg über Stockholm

    Zürich und Dresden bis

    ins Herzen Friedrichshains

An alle Vollzeitliebenden

    unaufhaltsam Lebendigen

    im grellen Schein des angeschnittenen

    Jahrtausend

 

Euch gebührt dieser Augenblick

    in dem sich diese Worte händeringend

    um eurer Sehnsucht Weite ranken

    in dem ich mich aus weichen Federn

    der Wärme nun entbunden finde

    euch eure Liebe zuzusenden

        kopflos

            wie das Glück auf der Schwelle

 

Ihr seid diejenigen

    die zu Größtem bestimmt im

    Vergleich von Kräften verweilen

    und dennoch nie die Quelle trüben

diejenigen welche

    Engel an die Wände malen

    in Nacht und Nebelauktionen

diejenigen welche

    die Sucht zum Meersein

    längst gepackt

    die Flucht vor dem Grauen

    schon lang

         verlassen hat

 

Ihr seid diejenigen

    die in stetig sich verstrebenden

    Fasern digitaler Emotion

    Ausschau nach dem Hafen halten

diejenigen welche

    vor lauter stiller Hoffnung

    längst ihr Leben hingeben

    an unverzahnte Sterne haben

diejenigen welchen

    der Tag nie zu hell

    und die Nacht

        nie dunkel genug war

 

Ihr liegt am Rande von Landesgrenzen

    reiht euch tausendfach ums Niemandsreich

    rund und rund ums Feuer mittendrin

Ihr sprecht eurer Tiefe Gebärden

    nehmt keine Angst vor den Mund

    seid weise im Kommen und

    achtsam im Gehen, das euch nahtlos

             von Heimat

              zu Heimat verführt

                          ~

 

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jetzt > Donnerstag, 260106:

Berlin, X-Berg: januärlich

 

 

Die Flasche zerspringt im Rinnstein.

    Splitter zu Splitter. Eis zu Eis.

Mit dem letzten Rest erstarrt meine Bewegung

auf dem festgefrorenen Schnee von vorvorgestern.

 

 

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jetzt > Sonntag, 230106:

Berlin, X-Berg: Das jüngste Gericht

 

 

 

 

 

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jetzt > Donnerstag, 190106:

Berlin, X-Berg

 

 

in Beziehung
zueinander

im Bezug
auf uns

beziehen
wir Betten

neu wie

Hausbesetzer

 


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jetzt > Dienstag, 170106:

Berlin, X-Berg

 

 

 

 

 

 

 Integration or Condemnation?

 

 

 

 

 

 

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jetzt > Samstag, 140106:

Berlin, X-Berg

 

 

Ich habe mein drittes Auge
mit Tesafilm verklebt

Das Chi tritt über
den Deich
und ich laufe
im Watt

Die Energie von
autonomen

erogenen Zonen
regt sich ab

Und die Liebe zum Leben
im Allgemeinen wie
im Speziellen
besteht unbedingt

 

In dieser Praxis

gibt es keine

meditativen

Medikamente

und die Gebühr

für jede Theorie

kommt auf
Kosten des

Schweigens

 

 

 

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