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jetzt > Sonntag, 251205:
Niederjosbach, Taunus
Nordische
Kombination, Kaderstatus: C-Kader; er war Deutscher Schülermeister NK
und SS 2000, Deutscher Vize-Jugendmeister 2005. André
Klein AG stellt ein breites Sortiment von Bonbonspezialitäten mit
und ohne Zucker her und ist der bedeutendste Hersteller von Basler
Leckerli als auch von weiteren Gebäckspezialitäten. Die bekanntesten
Produkte sind: Basler Leckerli in vielen Angebotsformen, Kräuterbonbons
"Halsfeger", "Cola Fröschli", Hartbonbons sowie zuckerfreie,
zahnschonende Bonbons "Klein Sugar Free". André Klein
studiert an der Uni-Bocum Elektrotechnik mit dem gewünschten Abscgluss
Diplom. Vor sechs Jahren ging André
Klein
noch als Student i
m Uni-Turm ein und
aus. Jetzt hat er dort seinen
eigenen Schreibtisch – als Geschäftsführer des Panorama-Restaurants.
Bei Interesse senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen
unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen bis zum 31.12.2005 an: DRK
Landesverband Sachsen e.V, Herrn André
Klein. Mitglied des Präsidiums der Beschwerdekammern des
europäischen Patenamts im Jahre 2005 war André
Klein gemäß Regel 10 Absatz 1 für Frankreich. André
Klein ist besonders stolz auf die Launch-Campagne ESCAFÉ Xpress
mit dem Claim "Kipp die Tradition" und die Mars Plakat-Kampagne
"Vergessen, wie gut Mars schmeckt?" Die Firma ''André
Klein Heizung - Sanitär GmbH'' bietet Ihnen das komplette
Haustechnikprogramm an. Ihren Vodafone-Fachhändler in Bochum finden sie
am Alten Markt an der Klingel Andre Klein.
Neu: Schweizer Erfolgskomödie vom
`Katzendiebe`-Team; inszeniert mit CH-Starbesetzung: Roni begegnet
nicht
nur dem Ex-Cabaret-Profi Max Wiederkehr (Pinkas Braun), sondern auch
dem Choleriker Alois Bissinger (Mathias Gnädinger) und dem Börsianer
André
KleinAndreas konnte in dieser Runde einmal überlegen
siegen. Sein Gegner (Andre
Klein) musste teilweise
heftigste Tsukis und Tritte zum Körper einstecken. Dennoch gelang es
Andreas
nicht, den entscheidenden Punkt zu landen. André
Klein, Generaldirektor der «Agence de Déveleoppement d'Alsace»
(ADA) in Colmar (siehe unten) wurde von Jürg-Peter Lienhard nach
de«Geheimnis» der erfolgreichen Ansiedlung japanischer Unternehmen im
Elsass befragt und sagte im Bezug auf die Zukunft:"Wir haben unsere
Fühler auch nach
China ausgestreckt und glauben, dort gute Karten in unseren Händen zu
haben." Der bisherige Präsident des RegioTriRhena-Rat e.V. André
Klein übergab sein Amt nach 2 Jahren an die Lörracher Oberbürgermeisterin
Gudrun-Heute-Bluhm. 3.000 m Hindernis: Die drei Erfurt-Teilnehmer André
Klein (LC asics Rehlingen), Norbert Löwa (LG Nord Berlin) und
Steffen Uliczka (TSV Kronshagen/Kieler TB) treffen sich an der
Ostseeküste wieder, um die drei Medaillen auszukämpfen. In Erfurt war
Norbert Löwa knapp als Achter vor Klein (Neunter) im Ziel, Steffen
Uliczka kam nichts ins Finale. André Klein und
das Team der Ständigen Vertretung Leipzig laden Sie ein, sich in der
Leipziger Kölsch-Kneipe Nummer 1 bei „grundsoliden“ Spezialitäten aus
Sachsen und dem Rheinland wohlzufühlen. Unter dem Motto Schüler stellen
sich vor gab es am 03. Mai 2002 einen großen Musikabend im GadA, wo
unter anderem der großartige Trompeter André
Klein Stücke von sich zum Besten gab, während Heike Aster den seit
fünf Jahren im Rollstuhl sitzenden Andre Klein
(Fritz Lichtenhahn) verletzt inmitten des Marktplatzes liegend
vorfindet.
jetzt > Dienstag,, 201205:
Sunspots

jetzt > Mittwoch, 151205:
Berlin-Kreuzberg
wenn ich nicht
mehr
weiß
wenn ich ganz
ermessen
bin
wenn ich
vollständig
still
stehe
wer weiß
ob dann
nicht
Welten
entstehen
während
du
dich
umdrehst
jetzt > Freitag, 021205:
Berlin-Kreuzberg
"Pity is the feeling which arrests the mind in the presence of whatsoever is grave and constant in human sufferings and unites it with the human sufferer. Terror is the feeling which arrests the mind in presence of whatsover is grave and constant in human sufferings and unites it with its secret source.[...]
The tragic emotion, in fact, is a face looking two ways, towards terror and towards pity, both of which are phases of it. You see I use the word arrest. I mean that the tragic emotion is static. Or rather the dramatic emotion is. The feelings excited by improper art are kinetic, desire, or loathing. Desire urges us to possess, to go to something; loathing urges us to abandon, to go from something. These are kinetic emotions. The arts which excite them, pornographical or didactic, are therefor improper arts. The esthetic emotion (I use the general term) is therefore static. The mind is arrested and raised above desire and loathing. [...]
Beauty cannot awaken in uns an emotion which is kinetic or a sensation which is purely physical. It awakens, or ought to awaken, or induces, or ought to induce, an esthetic stasis, an ideal pity or an ideal terror, a stasis called forth, prolonged and at last dissolved by what I call the rhythm of beauty."
aus James Joyce: "A Portrait of the Artist of A Young Man"
jetzt > Donnerstag, 011205:
Berlin-Kreuzberg
Seit Dienstag Abend lag ich flach. Im Bett, auf dem Boden oder in der Badewanne; ich erhob mich nur, um konsequent meinen Magen in die Kloschüssel zu entleeren, bloß um dann sofort wieder in schlierigen Träumen zu versinken. Essen war keine Alternative, da selbst jeder Schluck Wasser sofort wieder mit Galle vermischt zu Tage trat. Kein klarer Gedanke fasste Fuß in meinem Schädel, der sich wie das Innere einer Kirchenglocke anfühlte, sondern jede mentale Regung zog endlos neue nach sich, überkugelte sich sinnlos übereinander und untereinander in unaufhaltsamer Raserei. Ferne Erinnerungen hinterließen Spuren, bohrten sich tief in meine Hirnwindungen und spiegelten Spiegel in Spiegeln ohne Ende mit vereinzeltem Aufatmen in Unendlichkeit.
Als ich heute Morgen das Haus verließ um etwas einzukaufen, war ich echt erstaunt. Der Himmel war blau. Die Welt existierte noch. Tatsächlich.
Wie ein Wunder kam es mir vor, all die Menschen zu sehen, die ihren täglichen Bedürfnissen nachgingen, zu Bus, zu Bahn, zu Fuß. Und doch verlieh der strahlende Sonnenschein dem Ganzen einen Hauch von Unwirklichkeit, von blendender Fassade. "Where do you want to go today?"
Wer je richtig gelitten hat im Leben, gerade sein Kind im Krieg verloren, achtzigtausend Euro verspielt oder eine Überdosis Drogen genommen hat und sich dann um 8:30 in den Berliner Berufsverkehr begibt oder an die Frankfurter Börse geht, weiß vielleicht was ich meine. Es ist nicht, dass ich mein kleines Leiden aufblähen will; denn sind dem Schmerz tatsächlich Grenzen gesetzt? Es geht mir hier vielmehr um die universelle Eigenschaft des Menschens, Schmerz in all seinen Formen und Farben zu erfahren. Man stimmt gerne zu, wenn man von der allgemeinen Eigenschaft zur Erfahrung des Glücks und Friedens hört aber ihr Gegenteil ist nicht annähernd so gern gesehen.
So stell dir also vor, nach zwanzig Tagen Intensivstation ohne Vorwarnung oder Pufferzone unmittelbar auf eine Cocktailparty oder in den Bundestag gebeamt zu werden. Ein Kulturschock der etwas anderen Art; und dabei man muss den Raum gar nicht so weit strecken. Erschütterung garantiert!
Vielleicht verallgemeinere ich zu stark, vielleicht schließe ich von meiner Entfremdung auf die latente Verwirrung anderer aber es ist nicht das erste Mal in meinem Leben, dass es mir so ergeht; die Welt in ihrem Streben und unangefochtenem Alltagsstrudel eine Provokation meines tiefsten Wesens Kern darstellt. Es ist einfach dieses So-Tun-Als-Ob; jeder lebt sein Leben und tut so, als wüsste er genau, worum es geht, denn alle anderen scheinen ja ebenso klar zu wissen, worum es geht, und selbst wenn dann die Leere (nicht die buddhistische) doch einmal auftaucht, kann man sie ja auch nicht zugeben, da niemand allein dumm da stehen will, da alle anderen ja (scheinbar) wissen, worum es geht. Es ist eine Art Kettenkarussell, ein ewiger Zirkus über den ich an besseren Tagen lächeln, an schlechteren Tag mich aufregen kann.
Und was will ich damit sagen? Dass man morgens den Briefträger wegen einer gescheiterten Beziehung vollheult, mittags die Arbeitskollegen auf die Palme bringt, in dem man jedes Mal mit dem Finger schnippt, wenn irgendwo auf der Welt ein Kind vor Hunger stirbt und abends seinen Mitbewohnern eine routinierte Schilderung seiner Kindheitstraumata darlegt? - Well... -Wohl kaum!
Aber ich denke wir könnten uns alle eine Menge Stress ersparen, wenn wir zuallererst uns selbst diese Verletzlichkeit zugeben, für dir wir ja in Momenten des Leidens, körperlich, psychisch etc. tatsächlich empfänglich sind, sie jedoch so schnell wie möglich wieder vergessen, sobald der angekurbelte Alltag uns wieder in seine Furchen zieht.
Es ist eine Art, zärtliche Zuneigung für andere zu empfinden, wenn sie im Blitzlichtgewitter stehen, aussehen wie Paris Hilton oder Brad Pitt oder wir gerade im Lotto gewonnen haben. Aber ich glaube, wenn wir wirklich mitfühlend sein wollen, unsere Lieben über die Grenzen unserer Freundeskreise und Landesgrenzen ausdehnen wollen, ist es unumgänglich, bereit zu sein, selbst bis an die Grenzen des Erträglichen zu gehen. Wie Jesus einmal sagte: "Wer nicht mein Kreuz auf sich nimmt, kann nicht mein Schüler sein."
Besteht die Gefahr sich selbst dabei lächerlich zu machen? Ziemlich sicher...
Lohnt es sich? Probier es aus!
Der Preis mag hoch sein aber allein das Schreiben dieser Zeilen erfüllt für mich schon seinen Zweck. Und falls es irgendwem so vorkommen sollte, als würd' ich hier den Prediger spielen wollen, der "alles weiß" und "nichts verfehlt", der liest den Text am besten noch einmal von vorn.
jetzt > Montag, 281105:
Mfg Oldenburg->Berlin
Die Sonne steht
hinter Schwaden
hier -
über den Straßen
durch Sachsen
Anhalt
Im Bombardement
von Popsongs und
jammernden Katzen
Nachrichtenfluten
und blendender Weiße
rund um gestaute
Lastkraftwagen
steht etwas fest
und ich
bin es nicht
Der Fortschritt
in Richtung der
Hauptstadt kommt
fast vollständig
zum Erliegen
hier -
zwischen Stoßstangen
fliehender Stunden
rund um Magdeburg rum
Im Heben und Senken
von Silben ausgespannter
Unterbäuche - beinah'
zögernden Zeilen
entgleister Gedanken
über Schnee und Eis
glätten sich Falten in
Karten die Risse
verwerfen
und mein Weg
trennt sie nicht
Schwer verdaulich
ist die Meldung
verbrannter Menschen
am Mittag
während die
Krankenhäuser
streiken
Aber ich kenne einen Engel
dessen Glut
mich durch die Flammen führt
der dem Nebel vor mir
und den Nägeln dahinter
gleichermaßen mit
Licht begegnet
der das Lächeln ewiger Kinder
und die Weisheit
offener Weite trägt
der an diesen Tagen
in Gestalt einer Frau
in Erscheinung trat
der mir Engel ist
aus diesem Grunde
da ich ihm Engel bin
Und weiterhin wälzt sich
die Straße durch den Schnee
im Quietschen von Scheiben
und Rauschen von Reifen
als der asphaltierten Erde
gnadevoller Ungeduld
Mein Versteck
hinter jenen
oder auch
diesen Worten
ist längst aufgedeckt
wo die Reime des
Rhythmus reiner Absicht
sich schneller ausradieren
als ich schreiben kann
oder gar wollte
Aber ich kenne einen Engel
dessen sanfter Blick
nie die Schau hindurch verfehlt
dessen Haar gekrönter Freude
nie die Form
mit Erfüllung ihrer
eig'nen verwechselt
dessen ungezähmter
Schwingen Energie
auf mich abfärbt
wie Druckerschwärze
dessen jeglich Tun
und Lassen
angemessen ist
wie das Wetter
den Jahreszeiten
dessen Umfang
unendlich ist
und sich dennoch
umarmen lässt
dessen kraftvolles
Fortschreiten
ungehindert
von allem ist
dessen rechte Seite
weiblicher Wonne
ernährend umhegt
als hingegeben
dessen linke Seite
männlicher Wange
Grenzen setzt und
ohne Urteil züchtigt
dessen Lächeln dennoch
weder die eine
noch die andere
oder beide
oder keine
von beiden
einzig und allein
zum Lächeln braucht
sondern jetzt und hier
mit seinem Licht versiegelt
das mich durch
sonnenloses Grau
dem Tag entgegentreibt
ohne ein Wort
ganz geworden
zum Willen
ohne Wollen
im Geben
rücksichtsloser Liebe
sich vollständig
vergebend
~
jetzt > Donnerstag, 171105:
Ich hinke mir selbst hinterher
der letzte Sonntag war
und ist schon längst
nicht mehr
wo ich unter
entblößten Bäumen
und engverstrebten Stunden
den Wunsch gebar
uns endlich zu umrunden
Wie das Denkmal
der Russen
einfach dastand
dem bunten Spiel
der Blätter
trotzend
gemeißelte Gesten
aus Stein und Stahl
während wir beide
Hand an Hand
vorrüberzieh'n
als wäre
nichts
gewesen
jetzt > Donnerstag, 031105:
In dumpfer Schule
sitzen kleine Mädchen;
da draußen lacht der Frühling, weit und breit;
die Vögel singen und die Blumen blühen,
die Erd' ist eine Braut im Hochzeitskleid.
O Frühling, mit den grünen Rebensprossen
schlägst du ans Fenster, und dein Sonnenschein,
er spielt im Schulstaub; doch du pochst vergebens,
nur leise ruft das Kinderherz: Herein!
Und dennoch weißt du heimlich einzuschleichen:
Ein Wohlgeruch weht durch die schwüle Luft,
als käme er von Veilchen und Narzissen,
als wär's von Birkenlaub ein frischer Duft.
Die Kinder haben dich hereingetragen
in Blumensträußen, heimlich, ungesehn;
die liegen duftend unterm staub'gen Tische;
liebst du die Kinder, laß es still geschehn!
O, dulde Blumen in den dunklen Räumen,
weis' ihnen nicht die Tür mit barschem Wort!
Wenn Du die Blumen aus der Schule weisest,
treibst du die Liebe und den Frühling fort.
Des Kindes Herz ist auch wie eine Blume;
es sehnt sich nach des Frühlings Sonnenschein.
Soll es erblühn, der Welt und Gott zur Freude,
so muß das Lehrerherz die Sonne sein.
- Franz Poppe
jetzt > Mittwoch, 021105:
Als ich das erste Mal in meinem Leben aufwachte und das Feuer des Augenblicks sich über die Landschaft verstrickter Erinnerungen und unauflösbarer Widersprüche erhob, war ich plötzlich frei. Frei von Gedanken, frei von Gefühlen, frei von den Bussen, Krähen und Touristen, die in der Morgendämmerung die Säulen des Museums photographierten, zwischen denen ich saß.
Zu meiner Linken erhob sich der Berliner Dom vor dem Fernsehturm, zu meiner Rechten die neoklassizistischen Dächern der Museumsinsel, hinter denen sich irgendwo der Platz der Bücherverbrennung verbergen musste, auf dem vor wenigen Jahrzehnten ein Mann über das Wissen der Welt bestimmen wollte. Ich war frei davon. Beinah absurd schien der Versuch der Vergangenheit, an meine Rührung zu appellieren. Ich war frei von alledem. Was war, war. Der Rest? Nebensächlich.
Und just in diesem Augenblick, wie ich erst später bemerkte, war ein Groschen gefallen, der sich irgendwo in der Tiefe meines Wesens eingenistet hatte und nun nach nichts anderem mehr trachtete, als niemals diese Freiheit zu verlieren, immer wieder alles daran zu setzen, von all dem abzulassen, was mich einschränkt, um mich dann selbst als diese Freiheit zu begreifen, die selbst Massenmördern und Kannibalen die Luft zum Atmen nicht verwehrt sondern alles, was um und in uns erscheint, sei es benennbar oder "unbeschreiblich" ohne Wenn und Aber am Leben erhält.
Viele Monate vergingen und bäumten sich langsam zu Jahren auf, während ich alle Hebel in Bewegung setzte, mal hochhaushoch taumelnd über die Straßen floss, mal hundeelend niedergedrückt vom Ballast fallender Blätter den Rinnstein nach Zeichen absuchte, Wegweiser zu einem Ziel, dessen Grenzen nicht einmal annähernd umrissen werden konnten, da gerade sein Eingebettetsein in dieses Grenzenlose es war, was meine Sehnsucht weckte. Ich schrieb wie jemand, der nur noch wenige Tage zu leben hatte, scherte mich nicht um Tag oder Nacht, ließ das Leben Leben sein und warf mich blind den Lichtungen entgegen, die sich meistens dann auftaten, wenn ich am Ende meiner Kräfte, des Suchens müde und des Wollens erschöpft, die ganze Agenda mal wieder aufgegeben hatte.
Doch mit verstreichender Zeit wurden die Augenblicke rücksichtsloser Klarheit nicht mehr - ja, sie schienen im Gegenteil verschwindend gering, blass und fahl lagen sie da neben den immer häufigeren Dürreperioden, den einsamen Nächten hoffnungslosen Herumstrudelns in konzentrischen Kreisen. So fuhr ich also größere Geschütze auf, rottete all meine Widerstände zusammen und erklärte mir den Krieg mit mir selbst, angeführt von Nietzsches Schlachtrufen und den Trommeln altindischer Ich-Vernichtung. Nicht länger würde ich ruhen, sagte ich mir, bis ich nicht die Fesseln meiner selbstauferlegten Beschränktheit gesprengt, mich vollends der Ängste entledigt und mein Geburtstrecht auf absolute Ungebundenheit wieder besetzt hätte. Die Folge davon war jedoch nicht, dass ich das ursprünglich beabsichtigte Ziel häufiger verwirklicht sah, sondern im Gegenteil hielt das Kämpfen und Knurren, der Widerstand gegen das Eingespanntsein in Widerstände mich um so mehr in meinem Käfig gefangen, da ich mit jedem Anrennen gegen Grenzen, die ich damals als unbeständig geschaut hatte, ihre Macht über mich nun doch bekräftigte.
Die Vergangenheitsform macht stutzig. Liegt das alles etwa nun hinter mir? Vollständig überwunden - mit dem sicheren Lächeln des Siegers gekrönt? Keineswegs. Jedoch hat sich eine Sache grundlegend verändert. Klar, man wird älter, man lernt dazu. Und ich musste folgendes lernen, lerne es immer noch, werde es bis an mein Lebensende immer mehr erlernen:
Mit zunehmender Freiheit wächst das Empfinden für das Leid von mir und anderen. Einerseits bin ich, bist du vollkommen frei von den hungernden Massen, den alltäglichen Anschlägen und dem unaufhörlichem Aufguss von Tränen und Blut. Je mehr du dir doch dessen bewusst wirst, je mehr diese Freiheit in Fleisch und Blut dir übergeht, desto offener wirst du (widersprüchlicherweise) für die schmerzverzerrte Erfahrung beschränkter Existenz, deren Sehnsucht zu sich selbst es ist und nichts anderes, das immer wieder aufs Neue die Täler überschattet und die Großstadtknäste und Folterkammern zum Bersten bringt.
Nun, und wo ich einst mit geblähter Brust mich gegen diese konkrete Realität zu stemmen begann, im Versuch, das stetig-schwellende Leiden durch meine Freiheit zu leugnen, fällt jetzt der Speer ins Leere. Let's face it! Angewandte Philosophie, Psilocybin-Expeditionen, Lebensplanaufstellungen, Psychologie, Hypnose, Yoga, nichts wird dazu führen, das wir uns nicht mehr verletzlich fühlen müssen; Verwundbar, empfänglich für Empfindung auf allen Bandbreiten. So rückhaltlos dem Augenblick aufgebart, dass die Schönheit der Sonne am Morgen der Lunge die Luft zum Atmen nimmt, der Schrei eines fremden Kindes das Herz bis in die Wurzeln erzittern lässt, jede Berührung auf weiten Bahnen ihre Botschaft überbringt, ohne auch nur ein Fünkchen ihrer Intensität auf dem Wege einzubüßen. Wer weiß? Vielleicht stellt sich ja diese Verletzlichkeit, die wir gern Schwäche heißen, eines Tages als unsere größte Stärke heraus und die Große Freiheit schließt das Große Gefühl in ihre Arme, in höchstem Maße erfüllt, endlich ihrer anderen Hälfte begegnet zu sein...
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